Kindern den Tod erklären Tipps

Kindern den Tod erklären: Zwischen Trauer und Zuversicht

Anzeige Der Tod gehört (leider) zum Leben dazu. Diese Erfahrung mussten auch die Lavendelkinder machen, als der Lavendelopa nach schwerer Krankheit vor einigen Monaten starb. Nach der Diagnosestellung im letzten Sommer betrug die voraussichtliche Lebenserwartung des Lavendelopas vier bis sechs Monate. Wir wussten, er würde in naher Zukunft sterben. Doch sollten wir das auch den Lavendelkindern sagen? Wie würden sie reagieren? Würden sie sich Sorgen machen oder sogar Ängste entwickeln? Eine schwierige Entscheidung.

Wenn Opa stirbt: Den Abschied begleiten

Wir entschieden uns für den ehrlichen, aber kindgerechten Weg. Die Lavendelkinder wussten also, dass ihr Opa schwer krank ist und wahrscheinlich bald sterben wird. Wir erklärten ihnen, dass wir nun für den Lavendelopa und natürlich auch für die Lavendeloma da sein müssen.

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Als der Lavendelopa ins Hospiz verlegt wurde und es dem Lavendelopa zusehends schlechter ging, entschieden wir, dass die Lavendelkinder ihn nicht mehr besuchen sollten. Wir und auch die Lavendeloma wollten, dass sie ihn so in Erinnerung behalten, wie sie ihn vor seiner Krankheit kannten.

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Hätten die Lavendelkinder den Wunsch geäußert, ihn noch einmal vor seinem Tod zu sehen, wären wir diesem höchstwahrscheinlich nachgekommen.

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Um die Sorgen und Ängste der Kinder aufzufangen, machten wir ihnen immer wieder Gesprächsangebote. Wir wollten verhindern, dass die Lavendelkinder falsche Vorstellungen vom Tod entwickeln.

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Wir erklärten ihnen, dass bei einem sterbenden Menschen das Herz zu schlagen aufhört und auch die anderen Organe im Körper ihre Arbeit niederlegen. Ein Toter kann nicht mehr atmen, sich nicht mehr bewegen, nicht mehr sprechen und nicht mehr denken.

Natürlich ging es in unseren Gesprächen auch um die Zeit nach dem Tod. Uns war es wichtig, dass die Lavendelkinder wissen, dass sie den Opa nach seinem Tod nicht mehr wiedersehen. Sie sollten verstehen, dass es ein Abschied für immer ist. Wir vermittelten ihnen jedoch die Idee, dass er in unserem Herzen und in unserer Erinnerung weiterlebt.

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Auch für uns Großen waren diese Gespräche alles andere als leicht. Verschiedene Vorstellungen von dem, was nach dem Tod passiert, stießen hier aufeinander. Wir versuchten möglichst offen zu sein und den Kindern die verschiedenen Vorstellungen näher zu bringen. Die Lavendelkinder sollten selbst entscheiden, was sie glauben.

Kinder auf Beerdigung vorbereiten

Nach dem Tod des Lavendelopas stellte sich natürlich die Frage, ob wir die Kinder mit zur Beerdigung nehmen. Wir entschieden, dass die Kinder die Beerdigung zum Abschiednehmen nutzen sollten. Wir fragten sie, ob sie bei der Beerdigung dabei sein wollen.

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Im Vorfeld erklärten wir ihnen, wie die Beerdigung grob ablaufen würde und dass es auch andere Möglichkeiten der Bestattung gibt.

Da sich der Lavendelopa eine anonyme Urnenbestattung gewünscht hatte, war die Bestattung des Lavendelopas kein typischer Ablauf einer Beerdigung. Nichtsdestotrotz gab es eine Trauerfeier sowie einen Leichenschmaus.

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Für die Lavendelkinder war klar, dass sie mit auf den Friedhof gehen würden. Wir fragten sie, ob sie dem Lavendelopa etwas mit auf seine letzte Reise geben wollten. Sie entschieden sich, ein Bild für den Lavendelopa zu malen, das wir mit in die Urne legten.

Die Trauerfeier war für uns alle hart; Aber, wie ich finde, eine wichtige Erfahrung. Die Lavendelkinder sollen lernen, dass Tod, Abschied und Trauer zum Leben dazugehören.

Empfehlung: Wieso? Weshalb? Warum? – Kindersachbuch über Abschied, Tod und Trauer

Offen über den Tod sprechen – das fällt den wenigsten von uns leicht. Wenngleich der Tod zum Leben gehört, macht er den meisten von uns Angst. Die wenigsten von uns befassen sich daher gerne mit dem Thema Tod.

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Nichtsdestotrotz finde ich es ungemein wichtig, mit Kindern über den Tod zu sprechen. Sie haben ein Recht dazu, mit ihren Erfahrungen und Gefühlen nicht alleine gelassen zu werden. Wichtig ist eine unbelastete Auseinandersetzung, bei der wir die Kinder mit all ihren Gefühlen, Gedanken und Äußerungen (möglichst) vorbehaltlos annehmen und ernst nehmen.

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Familien, in denen Abschied nehmen, Tod und Trauer ein Thema sind, empfehle ich das neu erschienene Kindersachbuch aus der Wieso? Weshalb? Warum?-Reihe. Es greift die Themen Abschied nehmen, Tod und Trauer kindgerecht auf.

Kinder ernst nehmen

Die „Wieso? Weshalb? Warum?“-Bücher sind bei unseren Kindern ungemein beliebt. Sie sind ansprechend gestaltet, fachlich kompetent recherchiert und nehmen Kinder mit ihren Fragen und Interessen ernst. Klappen, hinter denen weiterführende Informationen versteckt sind, vermitteln spielerisch Wissen.

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Das neue Wieso? Weshalb? Warum?-Buch „Abschied, Tod und Trauer“ gibt Hilfestellung mit Kindern offen über den Tod zu sprechen und diesen anschaulich zu erklären. Im Buch werden u.a. folgende Fragen beantwortet: Wann nehmen wir Abschied? Was passiert, wenn man stirbt? Wie fühlt sich Trauer an? Was ist eine Beerdigung?

Verpackt sind die Informationen in eine Geschichte. Die vierjährige Frieda, der siebenjährige Anton und ihre Familie müssen sich von ihrer Oma Ella verabschieden. Sie ist an Krebs erkrankt und stirbt im Hospiz.

Mit Kindern über den Tod philosophieren

Beim Betrachten des Buches konnten die Lavendelkinder viele Parallelen zum Tod ihres Opas ziehen. Besonders gut an dem Buch gefällt mir, dass verschiedene Jenseitsvorstellungen und Bestattungsvarianten vorgestellt werden. Es zeigt, dass die Spannbreite des „Normalen“ groß ist. Zudem lässt das Buch den Kindern viel Platz zum Philosophieren.

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Neben den sachlichen Informationen holt das Buch die Kinder auf der emotionalen Ebene ab. Jeder Mensch empfindet Trauer anders. Das Wieso? Weshalb? Warum?-Buch vermittelt Kindern, dass alle diese Gefühle in Ordnung sind.

Das Buch ist so aufgebaut, dass man es als Geschichte oder punktuell lesen kann. Steht beispielsweise eine Beerdigung an, kann man die Kinder mit dem Buch gut darauf vorbereiten.

Auch wenn das Thema Tod sicherlich nicht leicht für uns ist, kann ich euch die Anschaffung des Buches nur empfehlen. Es hilft ungemein.

Anika

Hier schreibt Anika. Ich bin 36 Jahre alt und Mutter von zwei wundervollen Kindern. Zusammen dem Lavendelpapa, dem Lavendeljungen (8 Jahre) und dem Lavendelmädchen (5 Jahre) wohne ich im wunderschönen Lüneburg. Von hier aus unternehmen wir viele kleine und große Reisen in die nähere Umgebung und in die weite Welt. Ich bin Liebhaberin des Lebens, des Reisens, guten Essens und schöner Dinge. Reisen, backen, basteln und fotografieren sind meine Leidenschaft. Mit dem Bloggen habe ich 2010 begonnen, als ich an meiner Doktorarbeit schrieb und einen Ausgleich zur wissenschaftlichen Arbeit suchte. Eigentlich bin ich Pädagogin und Literaturwissenschaftlerin, was sich auch in den Blogthemen widerspiegelt. Seit 2016 blogge ich hauptberuflich.

8 Gedanken zu „Kindern den Tod erklären: Zwischen Trauer und Zuversicht

  1. Schade das ich das Buch nicht schon vorher gekannt habe. Wir hätte es letztes Jahr sehr gut gebrauchen können. Aber trotzdem werde ich es mir kaufen für den Fall der Fälle ;(
    Fragen kommen ja immer mal wieder auf.

  2. Solch ein Buch finde ich sehr gut. Meine Kinder waren schon älter als der erste Opa starb und konnten auch aktiv Abschied nehmen bevor mein Schwiegervater friedlich zu Hause sterben konnte. Alles war gesagt und auch seine Wünsche konnten wir berücksichtigen. Das war für alle sehr befriedigend und er konnte so gehen wie er es sich gewünscht hat.

  3. Mein Sohn kam mit 4-5 Jahren plötzlich auf das Thema Tod. Einfach so, ohne dass jemand gestorben war. Es lies ihn aber auch nicht mehr los. Uns hatte damals das Buch „Abschied von Opa Elefant“ sehr geholfen. Das war eine Empfehlung von einer befreundeten Jugendamtsmitarbeiterin.
    Manchmal muss man sich mit Büchern Hilfe holen wenn man selbst nicht weiter weiß oder überfordert ist.

    Ich wünsche euch alles Gute. Der Schmerz wird leichter und die schönen Erinnerungen bleiben bestehen.

  4. Liebe Anika, gerade die beiden Artikel über euer Privatleben haben mich sehr sehr berührt, da wir momentan in der gleichen Situation sind, nur uns der Abschied noch bevor steht. Auch mein Papa ist an diesem Krebs erkrankt und so schwer es für mich selbst ist, die Kinder haben diese Fragen.
    Danke für deine offenen und ehrlichen Worte!
    Dana

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