Neue Küche kaufen: Tipps, die Geld und Nerven sparen

In unserem Alltag dreht sich momentan alles um unser Neubau-Projekt. Täglich gilt es, sich bestmöglich zu informieren, abzuwägen und Entscheidungen zu treffen. So sehr das Aussuchen auch Spaß macht, anstrengend und kräftezehrend ist es doch. Hinzu kommt, dass jede Entscheidung einen Haufen Geld kostet. Mich setzt das ehrlich gesagt ziemlich unter Druck, denn wenn etwas schon viel Geld kostet, soll es auch perfekt sein.

Ich tendiere daher dazu, jede Entscheidung noch fünfmal zu überdenken, mich noch einmal gründlich zu informieren und beraten zu lassen sowie Vergleichsangebote und Meinungen einzuholen, bevor ich mich endgültig festlege. Auch wenn diese Vorgehensweise unheimlich viel Zeit und Nerven kostet, bin ich fest davon überzeugt, dass das der richtige Weg (für uns) ist.

Küche kaufen: Tipps & Anregungen

Gezeigt hat sich das erst gerade wieder bei unserem Küchenkauf. Bereits im Frühjahr hatten wir uns auf den Weg ins Küchenstudio gemacht und unsere Traumküche geplant. Dann kam der Lockdown und plötzlich standen ganz andere Themen im Vordergrund.

Als wir jetzt, zwei Wochen vor unserem Bemusterungstermin, noch einmal einen Blick auf unsere Küchenplanung aus dem Frühjahr warfen, waren wir uns plötzlich gar nicht mehr sicher. Für unser Schwedenhaus wünschen wir uns eine Küche im Landhausstil. Aber sollte sie wirklich so klassisch sein?

Wir nutzten die Zeit, die uns bis zur Bemusterung blieb, und machten uns in vier weiteren Küchenstudios Beratungstermine. Wenngleich die Termine zur Küchenplanung alle ungemein anstrengend waren, möchte ich davon keinen missen. Wir haben bei diesen Terminen unheimlich viel über die Themen Küche kaufen und Küche planen gelernt. Unsere Erkenntnisse möchten wir euch gerne in Form von Küchenkauf-Tipps weitergeben.

1. Langfristig denken und planen

Eine Küche wird durchschnittlich alle 18 Jahre ersetzt. Beim Küchenkauf solltet ihr also unbedingt langfristig denken und planen. Wir wollten für unser Schwedenhaus unbedingt eine Landhausküche; Waren uns aber unsicher ob die klassische Kassettenoptik in fünf Jahren noch zeitgemäß ist.

Ähnlich erging es uns bei der Küchenfarbe. Eine anthrazitfarbene Küche finden wir aktuell richtig schick. Letztendlich haben wir uns aber doch für eine weiße Küche entschieden, der man durch eine andere Wandfarbe oder andere Deko immer wieder einen anderen Look verpassen kann.

2. Beratung annehmen, aber eigene Bedürfnisse im Blick behalten

Im Laufe unserer Küchen-Beratungstermine haben wir viele wertvolle Tipps und Anregungen zur Küchenplanung und Küchenorganisation erhalten. Vieles davon hätten wir selbst nicht bedacht. Da jeder Küchenberater andere Schwerpunkte setzt, konnten wir von den zahlreichen Terminen profitieren. Am Ende wussten wir genau, worauf wir bei unserer Küche wert legen und was wir wie haben wollen.

Das Problem: Küchenverkäufer arbeiten auf Provisionsbasis. Wenn sie im Monat z.B. x Küchen von einem Hersteller verkaufen, erhalten sie eine höhere Provision. Das führt dazu, dass sie oft in eine ganz bestimmte Richtung beraten. Achtet daher unbedingt darauf, eure eigenen Bedürfnisse und euren eigenen Geschmack im Blick zu behalten und euch nur mit stichhaltigen Argumenten vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

3. Qualität und Individualität hat seinen Preis

Die Preise im Küchensegment sind relativ unübersichtlich. Man kann jedoch festhalten, dass bestimmte Küchenhersteller teurer als andere sind. Nicht immer ist es so, dass die hochpreisigen Küchenmarken auch die bessere Qualität bieten.

Oft ist es jedoch so, dass die teureren Küchenhersteller oft mehr Möglichkeiten in der Gestaltung (z.B. gleiche Fronten- und Korpusfarbe) bieten. Zudem kann man beim direkten Vergleich z.B. Unterschiede bei der Lackierung, beim maximalen Beladungsgewicht der Schubläden oder der Lauflautstärke der Scharniere feststellen. Wer darauf Wert legt, landet schnell bei den höherpreisigen Küchen.

Auch bei den Elektrogeräten gibt es preisliche Unterschiede. Macht euch bewusst, welche Anforderungen ihr an die Elektrogeräte habt. Wie soll der Kühlschrank strukturiert sein? Braucht ihr wirklich eine 0-Grad-Zone? Wie viele Kochfelder benötigt ihr? Was muss euer Backofen unbedingt können?

4. Arbeitsabläufe in der Küchen bedenken

Eine Küche soll nicht nur schön, sondern auch praktisch sein. Daher solltet ihr euch bei der Küchenplanung unbedingt Gedanken über eure Arbeitsweise in der Küche machen. Praktisch ist es z.B., wenn sich die Spüle in unmittelbarer Nähe vom Geschirrspüler befindet oder die Töpfe in der Nähe des Kochfelds untergebracht sind.

5. Platzbedarf ermitteln

Bei der Küchenplanung sollte man sich zudem Gedanken machen, was man alles in der Küche unterbringen muss oder möchte. Idealerweise bieten Schränke und Schubläden so viel Platz, dass nichts mehr auf der Arbeitsfläche stehen muss. Bei der Küchen-Strukturierung helfen zudem Untergliederungen für Auszüge und Schubladen, um die Organisation zu erleichtern.

6. Küchen-Budget festlegen und gut verhandeln

Für die Traumküche kann man viel Geld ausgeben. Gefühlt kosten gerade Kleinigkeiten ordentlich Aufpreis. Bevor ihr das erste Mal ein Küchenstudio besucht, solltet ihr unbedingt ein Küchen-Budget für euch festlegen.

Lasst euch nicht von den zunächst genannten Preisen abschrecken. Gerade im Küchensegment gibt es hohe Provisionen und Margen, so dass der zunächst genannte Preis meist nicht der letzte Preis ist. Es lohnt sich immer nach zusätzlichen Rabatten zu fragen und erst am Ende sein Budget zu nennen.

Außerdem solltet ihr euch auf keinen Fall zur Unterschrift drängen lassen. Überdenkt die Planung noch einmal und kommt zur Unterschrift an einem anderen Tag wieder.

Entspannter kaufen könnt ihr eine Küche eindeutig in kleineren Küchenstudios. Hier winkt niemand mit großen Rabatten, sondern es gibt von vorherein realistische Preise.

7. Mehrere Angebote einholen

Außerdem lohnt es sich, wenn ihr euch für eine Küche bzw. einen Küchenhersteller entschieden habt, die Preise zu vergleichen. Viele Küchenstudios haben die gleichen Küchenhersteller im Programm, so dass ein Preisvergleich möglich ist. Unser Tipp: Diverse Küchenhersteller treten unter unterschiedlichen Markennamen auf. Es handelt sich aber um die gleiche Küche. Lasst euch also nicht verwirren.

Uns war es zunächst unangenehm, in verschiedenen Küchenstudios immer die gleiche Küche planen und rechnen zu lassen. Letztendlich könnt ihr dadurch aber viel Geld sparen. Bei uns lagen zwischen dem ersten und dem letzten Küchenstudio tatsächlich 3.500€, die wir gut für andere Hausprojekte brauchen können.

Wir hoffen, wir können euch mit unseren Küchenkauf-Tipps helfen. Welche Erfahrungen habt ihr beim Küche kaufen gemacht?

Anika

Hier schreibt Anika. Ich bin 36 Jahre alt und Mutter von zwei wundervollen Kindern. Zusammen mit dem Lavendelpapa, dem Lavendeljungen (9 Jahre) und dem Lavendelmädchen (6 Jahre) wohne ich im wunderschönen Lüneburg. Von hier aus unternehmen wir viele kleine und große Reisen in die nähere Umgebung und in die weite Welt. Ich bin Liebhaberin des Lebens, des Reisens, guten Essens und schöner Dinge. Reisen, backen, basteln und fotografieren sind meine Leidenschaft. Mit dem Bloggen habe ich 2010 begonnen, als ich an meiner Doktorarbeit schrieb und einen Ausgleich zur wissenschaftlichen Arbeit suchte. Eigentlich bin ich Pädagogin und Literaturwissenschaftlerin, was sich auch in den Blogthemen widerspiegelt. Seit 2016 blogge ich hauptberuflich.

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