Reboarder Diono

Ein Reboarder im Test: Der Diono Radian 5

Anzeige Anfang Februar habe ich euch erzählt, dass wir uns endlich durchringen konnten und nach langem Hin- und Herüberlegen ein neues Auto bestellt haben. Entgegen aller Erwartungen, angekündigt war das neue Auto erst für Ende Juli, konnten wir es bereits Anfang Mai abholen. Die Freude war groß. Endlich mehr Platz für die ganze Familie und beim Packen für den Urlaub kein Überlegen mehr, ob auch wirklich alles ins Auto passen wird. Eine echte Erleichterung! Passend zu neuen Auto gab es für das Lavendelmädchen auch einen neuen Autositz. Wir hatten schon länger mit dem Gedanken gespielt einen Reboarder für sie anzuschaffen und haben nun die Gelegenheit beim Schopf gepackt.

Radian 5 Reboarder

Vorteile eines Reboarders

Im Vergleich zu einem normalen Kindersitz sitzt das Kind im Auto im Reboarder, wie der Name bereits sagt, verkehrt herum, fährt also entgegen der Fahrtrichtung. Die Fahrtweise hat einen großen Vorteil: Die Fahrt im Reboarder ist für Kinder bis 4 Jahren deutlich sicherer (bis zu 5x sicherer) als in einem nach vorne ausgerichteten Kindersitz. Das liegt daran, dass der Kopf bei Kindern deutlich schwerer ist als bei Erwachsenen. Der Kopf eines Kleinkindes macht etwa 25% seines gesamten Körpergewichts aus. Hinzu kommt, dass die Nackenmuskulatur und Wirbelsäule bei Kindern unter vier Jahren noch nicht vollständig ausgebildet ist. Bei einem Frontunfall, die die Mehrheit der schweren und tödlichen Verkehrsunfälle ausmachen, können Kinder, die in einem nach vorne gerichteten Autositz fahren, schwere Wirbelsäulen- und Kopfverletzungen davontragen oder sogar sterben. Im Fall eines Unfalls wird der Kopf des Kindes mit einer starken Wucht nach vorne geschleudert, während die Gurte die Schulter zurückhalten.

Anders bei den Reboardern: Bei diesen wird die Aufprall-Energie gleichmäßig über den gesamten Rücken des Kindes verteilt. Das Kind wird beim Aufprall in den Sitz gedrückt. Hals und Kopf werden durch die Sitzschale geschützt. Zudem besteht bei einem Frontalzusammenstoß keine Gefahr, dass das Kind mit dem Kopf auf dem Vordersitz aufschlägt und sich so zusätzliche Verletzungen zuzieht oder dass es durch ins Auto fliegende Gegenstände verletzt wird.

Diono Radian 5 im Test

Für uns war das Thema Sicherheit im Auto der ausschlaggebende Grund, warum wir uns nun doch für einen Reboarder entschieden haben. Das Lavendelmädchen ist inzwischen knapp zwei Jahre alt und wiegt 12 kg. Nach der Fahrt in der Babyschale bekam das Lavendelmädchen mit etwa 14 Monaten einen nach vorne gerichteten Autositz, den guardianfix pro 2, in dem auch ihr Bruder fährt. Bei der Umstellung auf den Reboarder hatten wir ein wenig Sorge, dass das Lavendelmädchen die Umstellung nicht mitmachen würde. Schließlich war sie bereits mehrere Monate vorwärts im Auto gefahren. Doch die Sorge stellte sich als völlig unbegründet heraus.

Der Diono Radian 5 im Test

Von Diono, einem amerikanischen Hersteller von Autokindersitzen, bekamen wir die Möglichkeit, ihren neusten Reboarder, den Diono Radian 5 (Werbelink), zu testen. Das Besondere an dem Radian 5: Anders als die meisten Reboarder lässt sich der Reboarder von Diono sehr lange nutzen. Zugelassen ist er von 0 bis 25 kg, d.h. er kann bereits ab der Geburt und bis maximal sieben Jahren verwendet werden. Die Breite des Sitzes lässt sich dabei an die Größe des Kindes anpassen. Preislich liegt der Reboarder bei 395€, was sicherlich nicht ganz günstig ist. Allerdings müsst ihr bedenken, dass ihr mit dem Sitz gleich drei Sitzgruppen abdeckt (nämlich Kindersitzgruppe 0, 1 und 2), so dass ihr mit dem Radian 5 letztendlich fast günstiger wegkommt, wenn ihn wirklich über den gesamten Zeitraum nutzt.

Diono Reboarder

Sollte euer Kind irgendwann keine Lust mehr auf Rückwärtsfahren haben oder es doch unbequem finden, kann man den Diono Radian 5 ab 9 kg Körpergewicht auch als vorwärtsgerichteten Autositz nutzen. Ihr seid also keinesfalls eingeschränkt. Festgeschnallt werden die Kinder mit einem 5-Punkt-Gurt. Im Vergleich zu anderen Autositzen ist der Radian 5 relativ schmal. Bei unserem alten Auto hatten wir das Problem, dass mit zwei Kindersitzen hinten keine dritte Person mehr auf der Rückbank Platz finden konnte. Das wäre beim Radian 5 anders. Auch wenn dieser Gesichtspunkt bei unserem neuen Auto keine so große Rolle mehr spielt: Platz kann man nie genug haben.

Unsere Erfahrungen mit dem Diono Radian 5

Doch nun zum Praxistest des Diono Radian 5: Wie erwartet war der Einbau des Reboarders eine gewisse Herausforderung. Anders als ein nach vorne gerichteter Autositz muss er nicht einfach nur ins Auto gestellt werden. Stattdessen sind ein paar Handgriffe mehr nötig. Nachdem die Gurte richtig eingestellt sind, wird der Sitz im Auto angebracht, indem der Gurt durch einen Tunnel unter der Sitzfläche hindurchgeführt und angeschnallt wird. Anschließend drückt man den Sitz kräftig in das Sitzpolster des Autos und zieht den Gurt noch einmal straff. Der Gurt wird dann mit einem Clip fixiert, so dass der Radian 5 sich tatsächlich kaum noch bewegen lässt.

Etwas kompliziert ist, dass der Sitz anschließend noch von der Rückseite des Vordersitzes mitgestützt werden soll. Bei einem Einbau hinter dem Fahrersitz verliert man dadurch die Fahrer-Flexibilität, wenn die verschiedenen Fahrer unterschiedlich lang sind und unterschiedliche Sitzpositionen benötigen. Bei unserem Auto war es zudem so, dass der Radian 5 nicht die Rückenlehne des Vordersitzes berührte, sondern eher die Kopfstütze. Nach einigem Hin und Her haben wir aber endlich die perfekte Abstimmung der Abstände erzielt. Für den rückwärts gerichteten Transport größerer Kinder (ab 15kg) wird der Kindersitz zusätzlich mit einem Verankerungsgurt im Fußraum des Fahrzeugs befestigt.

Diono Radian 5

Wer möchte, kann den Radian 5 auf den Angle Adjuster stellen. Dabei handelt es sich um ein Schaumstoffkissen, das dafür sorgt, dass rückwärts gerichtete Kindersitze in eine aufrechte Position gebracht werden, wodurch der Person auf dem Vordersitz mehr Beinfreiheit ermöglicht wird.

Um unsere Sitze im Auto zu schützen haben wir uns von Diono zusätzlich eine Matte bestellt. Bei der Ultra Mat Deluxe handelt es sich um einen Schutz für die Polster des Autos, der mit einem Schnappverschluss an der Kopfstütze des Sitzes befestigt und über den Sitz gelegt wird. Für uns war diese Matte ein absolutes Must-Have, denn wir hatten keine Lust, dass das Lavendelmädchen gleich die Sitze unseres Autos mit ihren Matschfüßen einsaut.

Im Vergleich zu unserem bisherigen Autositz ist der Radian 5 deutlich schwerer. Fast 12 kg bringt er auf die Waage. Das liegt an dem verbauten Stahrahmen, der für besseren Schutz vor den bei Unfällen auftretenden Kräften sorgt. Der Diono Radian 5 ist also kein Sitz, den man ständig ein- und ausbauen kann.

Reboarder im Test

Erhältlich ist der Diono Radian 5 übrigens in drei verschiedenen Farben. Wir haben uns für ein schlichtes Schwarz entschieden. Angeschnallt werden in die Kinder, wie bereits erwähnt, mit einem 5-Punkt-Gurt. Für das Lavendelmädchen war bereits die erste Fahrt mit dem Reboarder ein voller Erfolg. Es gab, anders als befürchtet, kein Gemotze von der Rückbank. Auch längere Strecken, wie unsere Fahrt nach Frankreich, hat das Lavendelmädchen im Reboarder gut mitgemacht. Anders als im kiddy hatten wir nicht das Problem, dass wir ihre Sitzposition nach einiger Zeit korrigieren mussten. Stattdessen spielte sie über längere Zeit völlig zufrieden in ihrem Sitz oder unterhielt sich mit ihrem Bruder, den sie aus der rückwärtsgerichteten Postion gut im Blick hatte. Auch von außen betrachtet sieht der Radian 5 von Diono dank seiner Polsterung bequem und gemütlich aus.

Ihr seht, der Radian 5 von Diono kann also vielfältig punkten. Da meine Erfahrungen mit dem Diono Radian 5 bislang durchweg positiv sind, wenn man mal vom etwas komplizierteren Einbau absieht, kann ich ihn euch ruhigen Gewissens empfehlen. Solltet ihr also über die Anschaffung eines Reboarders nachdenken, schaut euch den Radian 5 auf jeden Fall einmal genauer an (Werbelink).

In welchem Autositz fahren eure Kinder aktuell? Wie steht ihr dem Thema Reboarder gegenüber?

Anika

Dieser Artikel wurde verfasst von Anika: Zusammen mit der Lavendelfamilie, die aus dem Lavendelpapa, dem Lavendeljungen (6 Jahre) und dem Lavendelmädchen (3 Jahre) besteht, wohne ich in Lüneburg. Von hier aus unternehmen wir viele kleine und große Reisen in die nähere Umgebung und in die weite Welt. Seitdem ich Kinder habe, habe ich das Basteln für mich entdeckt und probiere viele DIY-Ideen aus. Gemeinsam mit den Kindern zu kochen, zu backen und raus in die Natur zu gehen, macht uns allen richtig viel Spaß.

29 Gedanken zu „Ein Reboarder im Test: Der Diono Radian 5

  1. Huhu!
    Wir hatten uns damals für unseren Großen (*2013) schon für einen Reboarder entschieden und der Kleine (*2015) zieht jetzt bald auch von der Babyschale in einen Reboarder um. Beide haben einen Besafe iZi plus. Wir sind sehr zufrieden! 🙂

    1. Naja, wie bereits geschrieben: Wenn man richtig rechnet, ist er teilweise sogar günstiger, da er mehrere Sitzgruppen auf einmal abdeckt.

  2. Von reinen Aussehen her sieht der Sitz sehr bequem aus und ich könnte mir vorstellen, dass er auch sicher ist. Aber nun weiß ich es definitiv, da du ihn ja getestet hast. Ich habe zwar kein kleines Kind, jedoch berate gern Andere, die solche Artikel suchen oder anschaffen wollen. Und da verweise ich gern auf deinen Post. Der Preis ist zwar hoch, aber für meine Kinder und ihre Sicherheit wäre mir nichts zu teuer. Da würde ich lieber auf etwas Anderes verzichten.

    Liebe Grüße und danke für die tolle Vorstellung

    Sabine

    1. Schön, dass dir der Artikel gefällt und du ihn weiterempfiehlst. Ein Reboarder ist wirklich sein Geld wert und wie bereits geschrieben, ist dieser über drei Sitzgruppen verwendbar und damit gar nicht so teuer.

  3. Wir haben genau diesen Kindersitz und sind wirklich zufrieden damit. Das Ding hat eine gute Qualität, ist gemütlich fürs Kind und einfach in der Handhabung. =) Diono macht schon tolle Sachen.

    Liebe Grüße vom Mamamulle-Blog ♥

  4. Hallo!
    Die Details zum Sitz klingen echt gut…
    Haben derzeit einen BeSafe Plus und einen Combi X3 und wollen uns ein neues Auto kaufen. Da Reboarder nun mal viel Platz weg nehmen und wir auch groß sind, passt der Plus leider nicht in das gewünschte Auto (E-Klasse) und der Combi passt nur hinter den Fahrersitz und da hätte ich wohl aufgrund der Beinlänge auch schon etwas Probleme.
    Daher mal meine Frage: Was habt ihr nun für ein neues Auto gekauft?
    Hat sonst schonmal jemand Erfahrung mit Einbau in der Mitte? Oder mit einem Axkid minikid?

    1. Wir haben uns einen Alhambra gekauft – also ein vergleichsweise großes Auto. Das Problem mit der Größe kenne ich aber. Im Vergleich zu anderen Autositzen ist der Radian 5 relativ schmal. Um den Sitz relativ weit nach hinten schieben zu können, gibt es ein spezielles Polster, das man unter den Sitz legt, so dass der Sitz etwas höher steht und so weniger Platz benötigt. Bei uns steht der Radian 5 hinter dem Fahrersitz. Bei anderen Bloggerinnen habe ich auch schon die Einbauweise in der Mitte gesehen. Schau dir den Sitz doch einfach mal in „echt“ an und lass dich beraten.

  5. Hej!

    Wir sind gerade vom Besafe iZi Plus auf den Diono Radian 5 gewechselt, weil der Kleine die 18 kg Marke bald erreicht. Ich habe den Sitz gerade eingebaut und er macht einen prima Eindruck.

    Habt ihr nicht den Styroporkeil verbaut? Ich werde nicht so ganz schlau aus der Anleitung, ob der nun notwendig ist oder nicht. Man würde ja schon ein paar Zentimeter gewinnen, wenn man ihn nicht verbaut. Vielleicht weißt Du ja mehr?

    Liebe Grüße,
    Monika

    1. Hallo Monika,

      danke für deine Nachricht. Du hast recht, an dieser Stelle ist die Anleitung sehr ungenau. Wir haben den Styroporkeil nicht verbaut, da der Sitz auch so gut ins Auto passte. Ich habe es so verstanden, dass man mit dem Einbau des Keils Platz gewinnt, da der Sitz dadurch höher steht. Die Folge: Man kann den Vordersitz weiter nach hinten schieben.

      1. Hallo Anika!

        Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. 🙂 Du meinst, glaube ich den Angle Adjuster, den man unter den Sitz legt, um den Neigungswinkel etwas anzupassen, so dass die Rückenlehne vom Kindersitz etwas steiler steht und man den Vordersitz etwas weiter nach hinten verschieben kann.

        Was ich meine ist dieser feste schwarze Styroporkeil, den man an der Rückenlehne des Kindersitzes befestigt, wenn man ihn rückwärts verwendet. Oder auch nicht…
        Mamamulle hat ein Foto von dem Teil, was ich meine. Hier: http://i2.wp.com/www.mamamulle.de/wp-content/uploads/IMG_4997.jpg?w=1680 oben rechts das schwarze Styroporteil. Und sie schreibt auch, dass sie den verwendet haben.

        Ich glaube aber, der ist nicht unbedingt notwendig, da in der Anleitung in etwa steht: ‚Nicht verwenden, wenn sich dadurch der Sitz von der Autositzfläche anhebt.‘ Aber sicher bin ich mir eben nicht.
        In der Youtube-Einbauanleitung wird der Keil übrigens auch nicht verwendet. Bin noch unentschlossen, ob ich den Keil nun wieder abbaue…

        Liebe Grüße,
        Monika

        1. Hallo Monika, den schwarzen Keil haben wir auch weggelassen. Ich glaube, er ist dann wichtig, wenn man ohne ihn zu viel Abstand zum Vordersitz hat. Aber die Anleitung gibt dazu leider wirklich keinen klaren Ratschlag.

          Viele Grüße
          Anika

  6. Hallo,
    habe gerade den Blog gelesen, da wir uns den Sitz ebenfalls anschaffen wollen. Da wir kein Typenlistenauto haben, habe ich beim Hersteller explizit nach Einbaumöglichkeiten in unserem Auto erkundigt. Ich habe die Antwort bekommen, dass ein spezieller Styroporkeil verwendet werden muss, wenn der Sitz auf dem Beifahrerplatz genutzt werden soll. Dieser Styroporkeil ist wohl als Auflage auf dem Armaturenbrett notwendig.
    lg

      1. Besagten Keil soll man auch einbauen, wenn der rückwärts eingebaute Radian statt des Vordersitzes nur die Nackenstütze des Vordersitzes berührt. Dann stellt der Keil die Verbindung direkt zum Vordersitz her. Wir müssen den dann einbauen, sobald wir den Angel Adjuster verwenden

    1. Gerne bei teureren Anschaffungen lohnt sich ein genauer Vergleich. Da ich keinen Überblick über das aktuelle Angebot habe, kann ich dir leider nicht helfen.

  7. Wir haben Kindersitze von Recaro und Römer und sind mit beiden zufrieden. Recaro soll sicherer sein, mich persönlich nervt hier das ständige Verdrehen der Gurte. Achso und ich würde unbedingt in ein Fachgeschäft gehen und mich beraten lassen und auch zum Testsitzen.

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