Wer eine Andalusien-Rundreise plant, kommt an Granada nicht vorbei. Schließlich findet ihr in Granada mit der Alhambra eine der wichtigsten Andalusien-Sehenswürdigkeiten. Was ihr für die Alhambra-Besichtigung wissen solltet und was Granada sonst noch zu bieten hat, erfahrt ihr hier. Außerdem stellen wir euch vier weitere Ausflugsziele rund um Granada vor, die ihr auf keinen Fall verpassen solltet. Mit dabei sind einige echte Andalusien-Geheimtipps.
Andalusien: Ausflugsziele rund um Granada
Für die Besichtigung von Granada und Umgebung solltet ihr euch drei bis vier Tage Zeit nehmen. Auf unserer Andalusien-Rundreise ging es für uns nach fünf Tagen in Málaga weiter nach Granada. Für unsere Zeit in Granada hatten wir eine Ferienwohnung in Maracena (Affiliate-Link), einem Vorort von Granada, gebucht.

Die Altstadt von Granada sowie die Alhambra erreicht man von dort innerhalb von 15 bis 20 Minuten. Die anderen vorgeschlagenen Ausflugsziele liegen im Umkreis von 30 bis 60 Minuten.
Selbstverständlich könnt ihr euch auch eine Unterkunft in Granada (Affiliate-Link) suchen. Je nach Standort ist das Parken jedoch evtl. etwas schwieriger. Wer einen zentralen Parkplatz in Granada sucht, in dem man entspannt parken kann, sollte sich das Parkhaus Hermanos Maristas merken. Von dort lauft ihr nur wenige Minuten in die Altstadt.

Ein Tag in Granada
Für die Besichtigung von Granada solltet ihr euch abseits des Alhambra-Besuchs mindestens einen Tag Zeit nehmen. Besonders sehenswert ist die Altstadt rund um die Kathedrale.

Hier befindet sich die Alcaicería. In den engen, verwinkelten Gassen verkauften einst arabische Händler ihre wertvollen Seidenstoffe, Gewürze und andere Waren. Auch heute findet man dort noch viele kleine Geschäfte, die ein wenig an einen marokkanischen Basar erinnern und in denen ihr Souvenirs und Leckereien kaufen könnt.

Zudem befinden sich in unmittelbarer Nähe die Königskapelle, der Madraza-Palast, eine ehemalige Koranschule, sowie die Iglesia del Sagrario, die wunderschön anzusehen sind.

Außerdem lohnt es sich, zum maurischen Bauwerk Corral del Carbón herüberzuschlendern und am malerischen Plaza de Bib-Rambla mit seinen zahlreichen Cafés und Restaurants ein paar Churros zu genießen. Ebenfalls niedlich fanden wir den Plaza de la Trinidad mit seinen kleinen Kiosken, an denen u.a. Kunsthandwerk, Kaffee und Gebäck angeboten wird.

Bekannt ist Granada auch für das Albaicín. Es handelt sich dabei um das älteste Viertel der Stadt. Die Gebäude sind ein Zeugnis der maurischen Besiedlung. In den verwinkelten Gassen, die von islamischen, aber auch christlichen Einflüssen geprägt sind, findet ihr vielfältige Geschäfte, Cafés und Restaurants.

In der Calle Calderería Nueva, die hoch zur Kirche San Nicolás führt, gibt es viele orientalische Händler und Teestuben. Obwohl viele Geschäfte sehr touristisch sind, lohnt es sich, durch die Straße zu schlendern und die Atmosphäre zu genießen. Oben angekommen, bietet der Mirador de San Nicolás einen tollen Blick auf die Alhambra. Nutzt den Moment für eine kleine Verschnaufpause und lauscht den Straßenmusikern.

Anschließend geht es weiter durch das für seine Höhlenwohnungen und Flamenco-Shows bekannte Viertel Sacromonte. Wenn es in euren Zeitplan passt, solltet ihr das Viertel am besten am Abend besuchen. Dann ist die Stimmung eine ganz besondere.

Ebenfalls empfehlen wollen wir euch noch die Carrera del Darro. Die 1,5 Kilometer lange Straße führt entlang des Darro-Flusses und verbindet die Plaza Nueva mit den unteren Hängen des Albaicín-Viertels. Die Straße zählt zu den schönsten Straßen Granadas und ist gesäumt von historischen Gebäuden, Geschäften und Cafés. Ihr könnt sie wunderbar entlang schlendern, wenn ihr auf dem Weg zurück in die Altstadt seid.

Alhambra besichtigen: Tipps & Eindrücke
Für viele ist die Alhambra-Besichtigung das Highlight der Andalusien-Rundreise. Auch uns hat die riesige maurische Festung, deren Geschichte bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht, unglaublich beeindruckt. Damit ihr bei eurem Alhambra-Besuch keine Enttäuschung erlebt, haben wir euch hier wichtige Tipps zum Alhambra-Ticketkauf sowie zur Alhambra-Besichtigung zusammengetragen. Denn tatsächlich gibt es einige Fallstricke zu umgehen.

Wer die Alhambra in Granada besichtigen möchte, sollte sich unbedingt rechtzeitig um Tickets kümmern und die Alhambra-Eintrittskarten möglichst auf der offiziellen Webseite kaufen. Da die Tickets, die auch die Besichtigung der Nasridenpaläste enthalten, stark begrenzt und unheimlich beliebt sind, sind sie schnell ausverkauft.

Um das gesamte Gelände der Alhambra besichtigen zu können, benötigt ihr die Tickets „Alhambra General“. Bei der Ticket-Buchung müsst ihr nicht nur den Besuchstag festlegen, sondern auch einen bestimmten Zeitslot für die Besichtigung der Nasriden-Paläste wählen. Um diesen plant ihr dann die restliche Besichtigung herum. Zugang zum restlichen Gelände habt ihr den gesamten Tag über.

Wichtig zu wissen: Bei der Ticketbuchung hinterlegt ihr euren Pass. Dieser gilt am Tag eurer Besichtigung als Eintrittskarte und wird während der Besichtigung immer wieder gescannt. Steckt ihn am Tag eurer Besichtigung auf jeden Fall ein, da euch ansonsten evtl. der Eintritt verwehrt wird.

Wir starten unseren Besuch am Vormittag. Unseren Mietwagen parken wir auf den offiziellen Parkplätzen, die sich unweit des Haupteingangs befinden. Da das Gelände der mittelalterlichen Stadtburg, die übrigens auf einem Hügel liegt, sehr groß ist, gibt es einige Meter zu laufen.

Entscheidet selbst, wo ihr mit der Besichtigung beginnt. Nicht verpassen solltet ihr den Sommerpalast (Generalife) mit seinen Gärten, die Alcazaba (der älteste Teil der Festung) und natürlich die Nasridenpaläste. Die prunkvollen Paläste, die einst die Residenz der maurischen Könige waren, sind wirklich atemberaubend schön. Mit ihren detailreichen, filigranen Verzierungen sind sie ein absolutes Highlight der islamischen Kunst und Architektur. Auch die Keramikfliesen, die zu geometrischen Mustern angeordnet sind, sind wunderschön anzusehen.

Für die Alhambra-Besichtigung inkl. der Nasridenpaläste solltet ihr mindestens einen halben Tag einplanen. Das Zusammenspiel islamischer, christlicher und Renaissance-Stilrichtungen ist wirklich faszinierend.

Wir haben insgesamt sechs Stunden auf dem Gelände verbracht; Uns bei der Besichtigung aber Zeit gelassen. Unser Highlight waren dabei definitiv die Nasridenpaläste. Ob die Besichtigung der Alhambra auch ohne die Nasridenpaläste Sinn macht, müsst ihr selber entscheiden. Ich würde die Alhambra-Besichtigung auf jeden Fall so legen, dass ihr auch Zutritt zu den Nasridenpalästen habt.

Wie bereits geschrieben, sind die Alhambra-Eintrittskarten heiß begehrt. Kümmert euch also sobald der Reisezeitraum feststeht um Tickets. Wir haben unsere Alhambra-Tickets zwei Monate im Voraus gebucht und hatten großes Glück, dass wir noch Eintrittskarten erhalten haben.

Cárcavas de Marchal – Wanderung
Wer von Granada Richtung Purullena fährt, biegt auf der A-4100 zum Mirador Cárcavas de Marchal ab. Von der Hauptstraße führt ein Weg etwa vier Kilometer über eine unbefestigte Straße durch ein Waldgebiet bis zum Aussichtspunkt, wo man sein Auto parken kann. Trotz kleiner Schlaglöcher lässt sich die Strecke gut fahren.

Angekommen, erwartet euch eine spektakuläre, schroffe Landschaft mit wunderschönen Aussichten, die an die Badlands in den USA erinnert. Genau wie die Badlands in den USA sind die Badlands in Andalusien durch starke Erosion entstanden. Wasser und Wind haben das weiche Gestein geformt.

Auf den bizarren Felsformationen mit ihren steilen Hängen gibt es nur wenig Vegetation. Landwirtschaftlich sind sie daher kaum nutzbar. Kein Wunder also, dass der zweite Aussichtspunkt, der nur wenige Meter vom ersten entfernt liegt, den Namen Mirador Badlands de Purullena trägt.

Am besten nehmt ihr euch die Zeit und lauft entlang der Klippen. Genießt die dramatischen Aussichten, die Stille und Einsamkeit. Denn tatsächlich ist dieser magische Ort in Andalusien, auch wenn man es kaum glauben mag, noch recht unbekannt. Bei unserem Besuch sind wir fast allein. Nur eine Handvoll anderer Menschen sind da.

Wir haben den besonderen Moment also ganz für uns. Als dann noch ein paar iberische Steinböcke auf den Felsen herumspringen, geht unser Herz auf.

Wir empfehlen euch, die andalusischen Badlands zur Golden Hour zu besuchen. Dann strahlen die ockerfarbenen Schluchten in den schönsten Farben. Bei uns passte es leider nicht in den Zeitplan. Beeindruckend war es trotzdem!

Tipp: Statt zum Aussichtspunkt zu fahren, könnt ihr euer Auto auch an der Hauptstraße parken und von dort zu Fuß zum Aussichtspunkt laufen.

Guadix
Nutzt anschließend die Chance und fahrt weiter nach Guadix. Der Ort gilt als eine der ältesten Siedlungen Spaniens und ist für sein Höhlenviertel bekannt. Fahrt hoch zum Mirador Padre Poveda ins Barrio de las Cuevas. Genießt dort den Blick über die in den Hügel und Bergrücken gegrabenen Häuser, deren Ursprung auf das 15. Jahrhundert zurück geht.

Viele der über 2000 Häuser sind noch heute bewohnt und können z.T. auch als Ferienunterkünfte gebucht (Affiliate-Link) werden. Schlendert durch das Viertel zum Mirador del Cerro de la Bala. Wer mag, kann Vorort auch eine Höhlenwohnung besichtigen oder das Interpretationszentrum besuchen.
Gorafe-Wüste
Von Guadix fahren wir weiter in die Gorafe-Wüste, deren Landschaft an den Grand Canyon erinnert. Neben beeindruckenden Felsformationen findest du hier zahlreiche Dolmen aus der Bronzezeit. Diese sind zwar nicht ganz so beeindruckend wie die in Antequera, dafür aber deutlich mehr.

Um die Wüste von Gorafe vollumfänglich besichtigen zu können, benötigt ihr ein Allrad-Fahrzeug. Die Fahrt über die Ruta del Desierto de Gorafe (PR-A 426) zum Mirador de los Colorados ist nur Geländewagen vorbehalten. Zudem kann man die 23,9 km lange Strecke zu Fuß oder mit dem Rad erkunden.

Wer einen Besuch plant, sollte sich rechtzeitig um ein entsprechendes Fahrzeug kümmern. Alternativ könnt ihr auch 4×4-Touren vor Ort buchen. Genau wie die Cárcavas de Marchal ist die Gorafe-Wüste touristisch noch nicht erschlossen. Ihr müsst die Schönheit der Natur also nur mit wenigen anderen Menschen teilen.

Wer mit seinem Mietwagen unterwegs ist, kann bis zum Vértice Geodésico del Cocón fahren. Der Aussichtspunkt bietet einen kleinen Einblick in die Schönheit der Landschaft.
Los Cahorros – Wanderung
Ebenfalls bei Touristen eher unbekannt ist die Wanderung durch die Schlucht Los Cahorros de Monachil in den Bergen des Nationalparks Sierra Nevada. Die Wanderroute startet im kleinen Ort Monachil, der nur ca. 20 Minuten von Granada entfernt liegt.

Wer eine Wanderung durch das Naturparadies machen möchte, parkt sein Auto am besten auf dem kostenlosen Parkplatz Los Cahorros und folgt dann der Beschilderung. Zur Auswahl stehen unterschiedlich anspruchsvolle und lange Routen, die auch für Familien geeignet sind.

Sie führen vorbei an Wasserfällen, über Hängebrücken und durch Schluchten. Zudem gibt es spektakuläre Aussichten zu genießen. Plant für die abwechslungsreiche Wanderung etwa drei bis vier Stunden ein. Sie ist definitiv ein kleines Abenteuer.

Ihr seht, neben jeder Menge Kultur und Geschichte gibt es rund um Granada auch ganz viel Natur zu entdecken. Ein abwechslungsreicher Urlaub ist so problemlos möglich. Wer, wie wir, eine Andalusien-Rundreise machen, und sich nicht nur auf die Provinz Granada beschränken möchte, findet hier unsere Tipps für Málaga und Umgebung. Zudem folgen in den kommenden Tagen Tipps für Sevilla und Umgebung.



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