Wer in der Provence Urlaub macht, darf sich auf eine beeindruckende Landschaft, kulinarische Genüsse und ganz viel Lebensgefühl freuen. In der Provence zu sein, bedeutet mit allen Sinnen zu genießen. Wer in Natur, Kultur und Gastronomie abtauchen möchte und noch Tipps für das Département Bouches-du-Rhône sucht, wird hier fündig. Wir zeigen euch unsere Highlights, die schönsten Orte und haben natürlich auch einige Geheimtipps für euch.
Urlaub im Département Bouches-du-Rhône
Nachdem wir euch vor einigen Wochen die schönsten Orte im Vaucluse präsentiert haben, geht es nun weiter mit dem Bouches-du-Rhône. Vorstellen wollen wir euch vor allem die Gegend zwischen Arles und Aix-en-Provence, wobei wir der Camargue bereits einen eigenen Artikel gewidmet haben.

Tipp: Plant für den Besuch der Camargue mindestens einen, besser zwei Tage ein. Selbstverständlich könnt ihr, vielleicht auch je nach Wetter und Jahreszeit, deutlich mehr Zeit in der Camargue verbringen. Schließlich lockt das Mittelmeer mit seinen wunderschönen Stränden…

Doch leider ist die Urlaubszeit (meist) begrenzt. Daher findet ihr hier Ideen, Tipps & Ausflugsziele inkl. Tourenvorschlägen für eine Woche zwischen Arles, Avignon und Aix-en-Provence. Wer weiterführende Informationen sucht oder weitere Teile der Provence entdecken möchte, ist herzlich eingeladen, in diesem verlinkten Artikel zu stöbern.

Tag 1: Arles
Wer in der Provence Urlaub macht, darf Arles nicht verpassen. Neben mediterranen Plätzen, engen Gassen und farbenfrohen Märkten findet ihr hier jede Menge römische Geschichte.

Das Wahrzeichen der Stadt ist das Amphitheater, das ihr unbedingt besichtigen solltet. Zusammen mit dem römischen Theater, der Alyscamps-Nekropole und der Saint-Trophime-Kirche zählt das Amphitheater zum UNESCO-Weltkulturerbe. Tipp: Kauft euch am besten ein Kombiticket und genießt die Bauwerke aus der Römerzeit zum vergünstigten Preis.

Zudem könnt ihr in Arles auf den Spuren Van Goghs wandeln. Van Gogh lebte 15 Monate in Arles und schuf in dieser Zeit mehr als 300 seiner Werke, u.a. die berühmten Gemälde „Sonnenblumen“, „Das gelbe Haus“ und „Das Schlafzimmer in Arles“.

Zugegeben, Arles an einem Tag zu entdecken, wird der Stadt nicht gerecht. Erst recht, wenn man den großen Wochenmarkt am Samstag besuchen möchte. Auf mehr als zwei Kilometern bieten Händler hier ihre Waren an. Und dann wären da noch die kleinen, niedlichen Geschäfte, die vielen Galerien und natürlich die gemütlichen Cafés und Restaurants, die besucht werden wollen.

Tag 2: Abbaye de Montmajour, Mühle von Daudet & Barbegal-Aquädukte
Nur wenige Kilometer nordöstlich von Arles liegt die Abtei Montmajour. 948 auf einem Felsen von Benediktinermönchen gegründet, kann die Abtei auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Den ursprünglichen Reichtum sowie die Bedeutung der Abtei kann man bei einem Besuch noch gut erahnen.

Heute ist die Abbaye de Montmajour „nur noch“ ein Museum. Erhalten ist u.a. ein wunderschöner Kreuzgang, die mächtige Kirche sowie ein hoher Turm, von dem man einen tollen Blick über die Landschaft hat. Für die Besichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes solltet ihr euch etwa zwei Stunden Zeit nehmen. Besonders der Kreuzgang ist magisch und lädt zum Verweilen ein.

Anschließend könnt ihr gut zu den Barbegal-Aquädukten fahren. Die Überreste der zwei parallel laufenden Aquädukte, die vermutlich ursprünglich aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. stammen, sind zwar nicht ganz so beeindruckend wie der Pont du Gard, aber durchaus sehenswert.

Nehmt euch die Zeit und schlendert an den Aquädukten entlang bis zu den Resten eines alten, großen Mühlenkomplexes. Hier gab es ursprünglich 16 hintereinander geschaltete Mühlwerke, die u.a. die Stadt Arles mit Mehl versorgten und heute kaum noch zu erahnen sind. Leider gibt es vor Ort keine Infotafeln, die die Funktionsweise genauer erklären, was wirklich schade ist.

Zudem lohnt es sich, zur Mühle von Daudet zu fahren und hier entlang des Mühlenpfads zu wandern. Insgesamt vier Mühlen aus dem 18. und 19. Jahrhundert gibt es zu entdecken.

Tag 3: Saint-Rémy-de-Provence, Glanum & Les-Baux-de-Provence
Ein echtes Must-See in der Provence ist für mich definitiv der Markt in Saint-Rémy-de-Provence, der den Ort jeden Mittwoch mit Leben füllt. (Tipp: Wer mehr über die schönsten Märkte der Provence erfahren möchte, sollte unbedingt diesen Artikel von uns lesen.)

Ich liebe es, in Saint-Rémy-de-Provence durch die kleinen Gassen zu schlendern, auf dem Markt frische Oliven zu kaufen und in den kleinen Geschäften zu stöbern. Außerdem solltet ihr unbedingt einen Kaffee im Café Colette trinken und dort die Atmosphäre zu genießen.

Je nach Lust, Zeit und Interesse geht es nach dem Marktbesuch weiter Richtung Glanum, zur Abtei Saint-Paul-de-Mausole oder direkt nach Les-Baux-de-Provence. Ggf. bietet es sich an, einen Teil der vorgeschlagenen Aktivitäten auf den nächsten Tag zu verschieben und sie mit einer Wanderung in den Alpilles zu verbinden.

Alle genannten Ausflugsziele an einem Tag zu besuchen, ist leider nicht realistisch. Überlegt euch also, worauf ihr am meisten Lust habt bzw. schaut ggf., wie das Wetter ist.

Nur wenige Meter außerhalb der Stadt befindet sich die antike Ausgrabungsstätte von Glanum, die Geschichtsinteressierte unbedingt besichtigen sollten. Tipp: Es lohnt sich, den Audioguide dazu zu buchen, um mehr über die keltische, griechische und römische Geschichte dieses Ortes zu erfahren.

Zudem befindet sich das Sanatorium, in dem Vincent van Gogh von Mai 1889 bis Mai 1890 psychiatrisch behandelt wurde und viele Gemälde geschaffen hat, in unmittelbarer Nähe. Auch hier lohnt sich eine Besichtigung.

Fahrt danach weiter nach Les-Baux-de-Provence. Ich gebe zu, Les-Baux-de-Provence ist unheimlich touristisch und auch in der Nebensaison überfüllt. Nichtsdesto solltet ihr euch das Bergdorf, das zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört, nicht entgehen lassen. Die kleinen Gassen, niedlichen Kirchen und der Blick auf die umliegende Landschaft sind wirklich phänomenal.

Auch die Besichtigung der ehemaligen mittelalterlichen Festung, die auf dem Felsplateau thront, solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Plant mindestens eine, besser zwei Stunden für den Besuch der Ruine ein. Es gibt hier viel zu entdecken. Ggf. lohnt es sich für euch auch, ein Kombiticket für das Schloss und den Carrières des Lumières zu kaufen.

Denn in unmittelbarer Nähe zum Dorf findet man in einem ehemaligen Steinbruch die Carrières des Lumières. Bei den multimedialen Kunstprojektionen handelt es sich um immersive Ausstellungen, die die Gemälde berühmter Künstler zeigen und eine ganz besondere Erfahrung sind.

Tag 4: Wanderung in den Alpilles
Solltet ihr gerne in der Natur sein, bietet sich die Provence auch als Ziel für einen Wanderurlaub an. Es gibt unglaublich viele Wanderrouten. Besonders empfehlenswert sind Wanderungen in den Alpilles.

Die kleine Gebirgskette mit ihren zerklüfteten Felsen und engen Schluchten gilt als das Herz der Provence. Sie ist eingebettet in eine wunderschöne Landschaft und befindet sich in unmittelbarer Nähe von Saint-Rémy-de-Provence.

Wer von Saint-Rémy auf dem Weg nach Les-Baux-de-Provence ist, kann sein Auto beispielsweise an der D5 auf dem Parking de la Caume abstellen und von dort zum Rocher des Deux Trous wandern. Die Wanderung ist für Anfänger geeignet und auch mit Kindern gut machbar. Selbstverständlich gibt es in der Gegend auch anspruchsvollere Routen.

Tag 5: Schloss von Beaucaire, Abbaye Saint-Michel de Frigolet & Wanderung
Zugegeben, Beaucaire ist auf den ersten Blick kein Highlight der Provence. Ein Abstecher lohnt sich dennoch. In Beaucaire findet ihr die Ruine einer alten Festung aus dem 11. Jahrhundert, die kostenlos besichtigt werden kann.


Nach dem Besuch bleibt noch Zeit für die Abtei Saint-Michel de Frigolet. Sie liegt, recht abgelegen, zwischen Beaucaire und Avignon in einem Wandergebiet. Besonders sehenswert ist die Abteikirche mit ihren farbenfrohen Malereien. Während die Kirche offen steht, kann das angeschlossene Kloster nur sonntags besucht werden.

Im Anschluss bietet sich einer Wanderung in der angrenzenden Montagnette an oder ihr macht euch auf den Weg nach Avignon und entdeckt dort die vielfältigen Restaurants. Wenn ihr Tipps für euren Avignon-Besuch benötigt, schaut gerne hier vorbei.

Tag 6: Camargue
Die Camargue ist unheimlich vielfältig und so ganz anderes als die restliche Provence. Gerade deshalb sollte die Sumpf- und Seelandschaft, die unglaublich viele Tiere beheimatet, auf jeden Fall während eures Provence-Urlaubs auf eurer To-do-Liste stehen.

Da unsere Camargue-Tipps hier die Rahmen sprengen würden, haben wir der Camargue einen separaten Artikel gewidmet. In diesem findet ihr die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Highlights der Camargue.
Tag 7: Aix-en-Provence & Kloster Silvacane
Die südfranzösische Stadt Aix-en-Provence ist eine lebendige Studentenstadt. Für viele gilt sie als Inbegriff der Provence. Neben zahlreichen Cafés und Restaurants findet man in den verwinkelten Altstadtgassen zahlreiche Springbrunnen, Plätze und kleine Geschäfte, die zum Stöbern einladen. Auch kulturell hat Aix viel zu bieten.

Nicht verpassen solltet ihr die von Plantanen gesäumte Flaniermeile, den Cours Mirabeau, die zahlreichen Stadtpaläste sowie die Kathedrale Saint-Sauveur. In Aix-en-Provence könnt ihr außerdem auf den Spuren von Cézanne wandern und u.a. sein ehemaliges Atelier erkunden.

Nicht wirklich um die Ecke, aber dennoch sehenswert ist das Kloster Silvacane. Je nachdem wo sich eure Unterkunft in der Provence (Affiliate-Link) befindet, könnt ihr das Kloster selbstverständlich auch an einem anderen Tag besuchen. Von Aix-en-Provence sind es etwa 30 Minuten bis zur Klosteranlage, die im Vergleich zur Abtei von Sénanque deutlich weniger überlaufen ist.

Wer mag, kann sich für den Besuch der romanischen Zisterzienserabtei einen Audioguide für das Handy herunterladen und erhält so spannende Information über die Geschichte der Abtei.

Selbstverständlich gibt es im Departement Bouches-du-Rhône noch viel mehr zu entdecken. Nichtsdestotrotz hoffen wir, dass wir euch einen kleinen Einblick in diesen Teil der Provence geben konnten. Wir wünschen euch viel Freude beim Entdecken!


